Was passiert während der Eingewöhnung?

 

Grundphase der Eingewöhnung

In den ersten Tagen der Eingewöhnung geht es zunächst einmal darum, dass Sie und Ihr Kind sich mit der Umgebung, den anderen Kindern und mit mir als neue Bezugsperson vertraut machen. Sie nehmen gemeinsam mit ihrem Kind ganz normal an unserem Tagesablauf teil, und lernen diesen auch fast genauso kennen wie er in der Regel ist. In den ersten Tagen verlassen wir die Einrichtung jedoch nicht, damit ihr Kind zunächst einen Bezug zur Umgebung innerhalb der Einrichtung herstellen kann.

Trennungsphase der Eingewöhnung

Je nachdem, wie wir gemeinsam die Situation einschätzen, beginnen wir am 3. oder 4. Tag mit den ersten Trennungsversuchen. Dabei gehen wir Phasenweise vor.

Phase 1

Sie befinden sich für kurze Zeit außerhalb des Sichtfeldes ihres Kindes, beispielsweise im Nebenraum. Wenn Ihr Kind sie ruft, sind sie sofort zur Stelle und bleiben auch wenn es gewünscht ist.

Hintergrund

Damit Ihr Kind sich auf die neue Umgebung einlassen kann, muss es zunächst einmal Vertrauen entwickeln. Vor allem sollte ihr Kind verstehen, dass es bei uns nicht allein gelassen wird, und dass Mama und Papa immer wieder kommen, egal wie lange sie weg waren. Eine verfrühte Trennung von Eltern und Kind könnte zur Folge haben, dass ihr Kind eine Angst vor dem Verlassen werden entwickelt, die die Neugier auf die neue Umgebung dominiert.

Anzeichen für Vertrauen sind…

  • Ihr Kind fragt bzw. sucht nicht nach Ihnen, wenn Sie den Raum verlassen. Dies signalisiert, dass die momentane Beschäftigung interessanter und die Angst vor dem Verlassen werden kaum vorhanden ist.
  • Ihr Kind fragt bzw. sucht nach Ihnen, lässt sich von mir oder den anderen Kindern jedoch ablenken und beruhigen.

 

Phase 2

Sie befinden sich außerhalb des Sichtfeldes des Kindes, kommen aber nicht gleich zurück wenn es weint oder nach ihnen ruft, sondern geben der Tagesmutter als neue Bezugsperson die Möglichkeit Ihr Kind zu beruhigen. Wenn der Eindruck entsteht, dass ihr dies nicht gelingt, können Sie zurückkommen um Ihr Kind zu trösten.

Hintergrund

Dass ein Kind weint, wenn seine Eltern den Raum verlassen ist nicht ungewöhnlich und auch kein Grund zur Besorgnis. Ausschlaggebend ist an dieser Stelle, ob das Kind sich von der Tagesmutter wieder beruhigen lässt. Ist dies der Fall, so können die Trennungsversuche fortgesetzt werden. Sollte sich Ihr Kind andernfalls an der Tatsache, dass Sie nicht da sind aufhalten, und emotional hineinsteigern, ist es sinnvoll den Versuch abzubrechen und für den Rest des Tages im Sichtfeld des Kindes zu bleiben.

Phase 3

Wenn wir das Gefühl haben, es hat sich seit Beginn der Eingewöhnung ein Grundvertrauen in ihrem Kind entwickelt, können wir zu einem ersten echten Trennungsversuch übergehen. Die sorgeberechtigte Begleitperson verlässt in diesem Schritt die Einrichtung, ist jedoch erreichbar und hat die Möglichkeit innerhalb weniger Minuten wieder in die Einrichtung zurück zu kehren. An dieser Stelle sollten Sie sich von Ihrem Kind verabschieden bevor Sie gehen. Sagen Sie ihm auch, dass Sie wieder kommen werden. Wichtig ist, dass ihrem Kind bewusst ist, dass Sie nicht mehr in der Einrichtung sind, denn nur so können wir sehen wie es tatsächlich reagiert.

Wichtig: Wenn Sie sich von ihrem Kind verabschiedet haben, sollten Sie direkt im Anschluss gehen. Dies fällt Eltern oft sehr schwer, insbesondere dann wenn ihr Kind ihnen hinterher weint. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Kind nicht aufhören wird zu weinen, solange sie sich weiterhin im Raum befinden, denn solange Sie da sind, besteht auch die Möglichkeit, dass Sie es sich anders überlegen. Machen Sie sich auch bewusst, dass es Ihrem Kind nicht unbedingt schlecht geht, wenn es weint. Solange es die Wahl hat zwischen Ihnen und einer anderen Person, ist es wahrscheinlich, dass es sich für seine engsten Bezugspersonen entscheidet. Beim täglichen Abschied nicht konsequent zu sein, kann zur Folge haben, dass sich auch die zukünftigen Verabschiedungen schwierig gestalten, weil ihr Kind jedes Mal versuchen wird Sie zum Bleiben zu bewegen.

Phase 4

Der letzte Tag der Eingewöhnung wird in der Regel durchgeführt wie ein normaler Betreuungstag, sozusagen ein Betreuungstag auf Probe. Der Unterschied besteht in ihrer Verfügbarkeit, die auch an diesem Tag zu jedem Zeitpunkt gegeben sein muss.
Am Ende der ersten Woche entscheiden wir dann gemeinsam ob Ihr Kind zu diesem Zeitpunkt eingewöhnt ist, oder ob eine Verlängerung der Eingewöhnung notwendig sein wird.